Wiener Opernball: Wie die Tiara von Swarovski und Ball zusammengehören
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Der Wiener Opernball 2025 findet heute, am 27. Februar, statt. Bereits im Jahr zuvor war eine VOGUE Redakteurin bei dem Event vor Ort – und spürte der der besonderen Beziehung von Swarovski und der Tiara der Debütierenden nach.
"Für mich war das einer der schönsten Abende. Ich, ein Tiroler Mädl von nicht einmal 20 Jahren, fahre ins große Wien und tanze neben Stars wie Udo Jürgens. So etwas vergisst man nie – auch nicht 30 Jahre später", erzählt Heidi, umringt von funkelnden Kristallen in der Swarovski-Manufaktur, die sich nur knapp 20 Autominuten von Innsbruck entfernt befindet. Hierher, nach Wattens, kommen Designer:innen aus aller Welt, um für sich Kristallschliffe und -farben nach individuellen Vorstellungen entwickeln zu lassen. Und hier treffe ich Heidi, um von damals zu erfahren – als sie in Wien beim Opernball debütierte. Dafür hat Heidi etwas Besonders mitgebracht: ein Krönchen mit Kristallen und roten Granaten. Auch hinter ihr an der Wand sind zahlreiche Krönchen und Diademe aufgereiht, die, auf Hochglanz poliert, im Licht perfekt ausgerichteter Spots vor sich hin glitzern. Im Vergleich zu ihnen hat die Krone in Heidis Händen bereits eine leichte Patina, die Steine schimmern schon nicht mehr ganz so glänzend. Kein Wunder, stammt die Krone doch nicht aus einem hermetisch abgeriegelten Archiv, sondern aus ihrem eigenen Privatbesitz. Die vergangenen Jahrzehnte hat die Tiara vermutlich in einer Schachtel oder Schublade verbracht – nachdem sie 1994 Heidis Kopf als Debütantin zierte. "Tatsächlich war mein Debüt mein erster Berührungspunkt mit Swarovski", berichtet sie und ergänzt: "Die Krone war für mich damals als junges Mädchen wie ein Schatz!"
Swarovski und den Wiener Opernball verbindet eine lange GeschichteSo klein dieser Schatz auch wirken mag (Heidis Krone ist gerade einmal handflächengroß), er steht doch für eine lange und bedeutsame Geschichte. Schon während des Wiener Kongresses fanden Anfang des 19. Jahrhunderts in der österreichischen Hauptstadt große Feste statt, und bereits 1862 erhielt das Theater an der Wien die kaiserliche Erlaubnis, Bälle zu veranstalten. 1918 markierte zwar den Untergang des Kaiserreichs, die prunkvollen Feste sollten jedoch Bestand behalten. Und so fand im Jänner 1935 erstmals der Wiener Opernball statt. Es folgte der Zweite Weltkrieg und mit ihm auch die Zerstörung des Opernhauses, das schließlich 1955 wiedereröffnet wurde – und in dem im Februar 1956 wieder ein Ball abgehalten wurde. Seither markiert der Opernball (der in der Regel am Donnerstag vor Aschermittwoch stattfindet) den gesellschaftlichen Höhepunkt der Wiener Ballsaison, die an die 450 Bälle der verschiedensten Berufs- und Interessengruppen zählt. Und seither sind eben auch Swarovski und der Opernball untrennbar miteinander verbunden.
Seit den Fünfzigern besteht die Tiara, die die Debütierenden beim Opernball tragen, aus Kristallen von Swarovski. Während die Expert:innen aus Wattens jahrzehntelang den kristallinen Rohstoff für die Krönchen an die vom Ballkomitee beauftragten Manufakturen gelie-fert hatten, wurde anlässlich des 50. Opernballs 2006 erstmals eine Tiara eigens von Swarovski gestaltet. Bis dahin hatte sich das Design der Krönchen kaum verändert: Nachdem das erste Opernballkrönchen 1956 noch aus Tüll mit aufgenähten Pailletten bestand, waren darauffolgende Modelle aus Kristallen und Halbedelsteinen gefertigt und hatten eine geschlossene Form, die – verstärkt durch den geraden Sitz der Krone am Oberkopf – gewährleisten sollte, "dass ihr Funkeln in allen Logen und von der Galerie aus zu sehen war", wie es seitens Swarovskis heißt. Das Novum 2006: Mit dem Tiaradesign der damaligen Swarovski-Kreativdirektorin Rosemarie Le Gallais wurde das traditionelle geschlossene Krönchendesign von einem moderneren Diadem, das oben und hinten offen ist, abgelöst. Es folgten zahlreiche Neuinterpretationen der Opernball-Tiara – ab 2012 auch solche in Zusammenarbeit mit namhaften Designer:innen. So entwarf Karl Lagerfeld 2017 eine Tiara aus 394 klaren und saphirblauen Kristallen sowie fünf Swarovski-Kristallperlen, die vom traditionellen Eröffnungswalzer des Opernballs, dem "Donauwalzer" von Johann Strauss II., inspiriert war. 2019 kooperierte Swarovski mit Donatella Versace, 2020 mit Christian Lacroix. Nach zweijähriger Corona-Pause gab es 2023 dann – neben dem der Tänzer:innen – noch ein weiteres Debüt: Erstmals entwarf Global Creative Director Giovanna Engelbert die Opernball-Tiara. Inspiriert von der Schmucklinie "Stella" sowie vom ikonischen Haarschmuck von Kaiserin Sisi zierten Sterne aus 435 klaren Kristallen das Diadem. Für die Tiara 2024 diente wiederum die "Mesmera"-Schmucklinie von Swarovski als Inspiration: "Jede Tiara eint sowohl das österreichische Erbe als auch den aktuellen Zeitgeist in sich und wurde aus 233 Kristallen in 20 Schliffen gefertigt. Die Steine sind so elegant gesetzt, dass sie das Licht bei jeder Bewegung einfangen", wie Swarovski erklärt.
Swarovski kooperierte bereits mit mehreren namhaften Designer:innen, so auch mit Karl Lagerfeld, der für den Opernball 2017 eine Tiara entwarf…
… die vom traditionellen Eröffnungswalzer "An der schönen blauen Donau" inspiriert war. Die Tiaras sind nur für den Ball gedacht und gehen nicht in den regulären Verkauf.
Die veränderte Rolle von Swarovski im Entstehungsprozess der Tiara im Kleinen steht dabei sinnbildlich für die Evolution den Unternehmens Swarovski im Großen: von den Ursprüngen eines kleinen heimischen Betriebs für handgeschliffene Steine aus Glas über die Zulieferung von maschinell hergestellten Kristallen für Pariser Modegrößen wie Elsa Schiaparelli, Christian Dior oder Pierre Balmain bis hin zur Etablierung einer eigenen Markenidentität als international renommiertes Schmucklabel. Eine Entwicklung, die sich auch an den Mitarbeitenden ablesen lässt: 1895 mit zehn Angestellten gestartet, beschäftigte Swarovski in den Fünfzigern – also zu der Zeit, in der die kreative Zusammenarbeit mit dem Wiener Opernball begann – knapp 2000 Mitarbeitende. Und heute? Sollen es weltweit über 20 000 sein. Wie in eigentlich allen Branchen hat sich auch deren Arbeit im Zuge der Digitalisierung extrem verändert. So arbeiten in der Swarovski-Manufaktur in Wattens mittlerweile auch 3-D-Konstrukteur:innen. Gerade bei so aufwendigen Stücken wie der Opernballtiara findet viel Vorarbeit am Computer statt – um Zeit und Materialkosten zu sparen. So werden die meist von Hand gezeichneten Entwürfe und Ideen von Kreativdirektorin Giovanna Engelbert zunächst als 3-D-Konstruktion digitalisiert. Die 3-D-Konstrukteur:innen testen dann, was technisch machbar ist, um die kreative Vision so exakt wie möglich zum Leben zu erwecken. Anschließend wird ein Wachsmodell mittels 3-D-Drucker erstellt, aus dem wiederum ein Gipsmodell entsteht, das in Metall gegossen wird. Danach kommen die Edelmetallverarbeitung, die Politur und die Legierung und natürlich die Anordnung und Fassung der unterschiedlich geschliffenen Swarovski-Kristalle. Dieser Prototyp geht dann erneut zur Prüfung an das Designteam rund um Giovanna Engelbert und schließlich zur Freigabe an das Ballkomitee.
Mittlerweile werden modernste Techniken wie 3-D-Druck verwendet, um die Visionen von Kreativdirektorin Giovanna Engelbert zum Leben zu erwecken – der Feinschliff erfolgt in Handarbeit.
Ein ausgeklügelter Prozess – wie auch der Opernball an sich. Immerhin befinden sich am Ballabend rund 7000 Menschen im Gebäude der Staatsoper: neben den 160 Tanzpaaren und weiteren Mitwirkenden auch die Beschäftigten der Oper sowie die etwa 5000 geladenen Kulturschaffenden, Unternehmer:innen, Politiker:innen und Prominenten. Ein Event von solch einer Größe will minutiös geplant sein. Viele der Abläufe gleichen dabei schon einer Art Ritual, die man als Außenstehende:r nur schwer umreißen kann. Wenn am Montag gegen 22 Uhr der Vorhang der letzten Opernvorstellung gefallen ist, beginnen unmittelbar die Umbauten. Schließlich sind es bis zum Einlass am Donnerstagabend nur rund 70 Stunden, in denen aus der Wiener Staatsoper mit Stühlen, Bühne und Orchester ein betanzbarer Ballsaal mit 850 Quadratmetern werden muss. Laut Berichten von "Der Standard" sind 350 Facharbeiter:innen und 150 Hilfskräfte 30 Stunden mit dem Umbau beschäftigt, der schätzungsweise 1,5 Millionen Euro kostet.
Offiziell beginnt der Ball dann kurz vor 22 Uhr, wenn der Bundespräsident seine Loge betritt. Dazu spielt eine speziell für den Opernball komponierte Fanfare – Stichwort Ritual. Es folgen die Bundeshymne sowie Beethovens Vertonung von "Ode an die Freude". Dann der große Auftritt der Debütant:innen: Je zwei Paare nebeneinander laufen perfekt aufgereiht hintereinander in den Saal hinein. Ihre Schritte wirken dabei fast schon quälend klein. Wie muss man sich wohl an ihrer Stelle fühlen? Über 10 000 Augen, die auf einen gerichtet sind. Bloß nicht stolpern. Gegessen und getrunken haben sie vermutlich das letzte Mal vor Stunden. Die Aufregung und Nervosität. Und an den Einzug schließt ja noch nicht einmal der Eröffnungstanz an. Fast eine Stunde müssen die Debütant:innen nun am Rand der Tanzfläche stehen – natürlich in bester Haltung – und mehrere Gesangs- und Tanzeinlagen beobachten. Dann, um 22:45 Uhr, der große Auftritt. Zu den Klängen der "Fächerpolonaise" betreten die Tanzpaare perfekt synchronisiert die Mitte der Tanzfläche. Es folgen Verbeugungen vor der Loge des Bundespräsidenten und dann die Eröffnungschoreografie (zur "Pepita-Polka"). Diese wird seit dem Opernball 2009 von unterschiedlichen Tanzschulen aus den verschiedenen Bundesländern konzipiert und basiert vor allem auf den sogenannten Schwarz-Weiß-Effekten, die aufgrund der vorgegebenen Debütant:innen-Outfits entstehen. So simpel und doch so effektiv. Ohs und Ahs hallen durch den Opernsaal. Auch ich stimme in die Begeisterungsrufe ein und kann mich dabei kaum entscheiden, ob ich nun das Spektakel mit dem Handy filmen oder den Moment voll auskosten möchte. Dann das Finale: Zum Wiener Walzer wirbeln die Paare – natürlich links herum – über die Tanzfläche. Plötzlich von irgendwoher der Ausruf "Alles Walzer". Ein Kommando, das Johann Strauss II. einst prägte und mit dem die Tanzfläche für alle freigegeben wird. Wobei: Tanzfläche ist zu dem Zeitpunkt eigentlich die falsche Bezeichnung. Denn Tanzen ist zu dem Zeitpunkt angesichts der Massen kaum möglich. Auf kleinster Fläche schunkeln einige Paare seitwärts oder drehen sich auf der Stelle. Und trotz der Menschenmengen ragen sie doch stets heraus: die Debütant:innen mit ihren mit Swarovski-Kristallen gekrönten Häuptern.
©SWAROVSKI VIENNA OPERA BALL 2024.
Dann leert sich der Saal langsam – denn an Alternativen mangelt es nicht: Das komplette Opernhaus ist für die Nacht geöffnet. In den verschiedenen Etagen, Räumen und Foyers werden Bars geöffnet, in denen die unterschiedlichsten Musikrichtungen gespielt werden. Um Mitternacht sowie um zwei Uhr und vier Uhr (Sie merken, Rituale!) folgen dann auf der Tanzfläche im Ballsaal die Publikumsquadrillen, angeleitete Massenchoreografien, die nicht selten zu amüsanten Missgeschicken führen. Um fünf Uhr wird der Ball offiziell beendet – und am Samstagabend lüftet sich schon wieder der Vorhang für die reguläre Vorführung. So als wäre nichts gewesen.
Für die Oper sind es damit vier Tage Ausnahmezustand – für die Debütant:innen beginnt dieser schon viel früher. Knapp ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Abend müssen die willigen Tänzer:innen ihre Bewerbung bei der Staatsoper einreichen. Theoretisch kann sich dabei jede:r bewerben – nicht nur Wiener:innen oder Österreicher:innen. Jedoch: "Um ins Jungdamen- und Jungherrenkomitee aufgenommen zu werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden", heißt es auf der Website der Staatsoper. Zu diesen zählen "sehr gute Linkswalzerkenntnisse" sowie eine bestimmte Altersspanne (18 bis 25 Jahre für die "Jungdamen" und 18 bis 28 Jahre für die "Jungherren"). Außerdem darf man den Wiener Opernball noch nicht zuvor eröffnet haben, da das Debütieren dort nur einmalig möglich ist. Und: "Eine sehr gute Haltung muss man haben", wie Heidi nicht ohne Stolz erzählt – und dabei unmerklich gleich aufrechter steht. Schließlich darf ja auch die Tiara, welche die Debütierenden nach dem Ball übrigens behalten dürfen, nicht vom Kopf rutschen.
Nur: Beim Wiener Opernball zu debütieren muss man sich auch erst einmal leisten wollen und können. Denn neben der Komiteekarte von je 130 Euro fallen für die Debütierenden, die ja auch zuvor schon langjährige Tanzerfahrung aus Tanzschulen benötigen, auch die Kosten für Kleidung, Schuhe sowie Haar und Make-up an. Und: Vor dem Ball gibt es einige Proben in Wien, die verpflichtend sind. Limitierende Faktoren, die nicht gerade zur Zugänglichkeit des Opernballs beitragen. Wer nach den detaillierten Kleidervorschriften für das Eröffnungskomitee sucht, wird auf der Website der Staatsoper fündig. Dort heißt es für die Damenposition: "rein-weißes, bodenlanges Ballkleid (ohne Reifrock, ohne Glitzer als Applikation, im Stoff eingearbeitet oder Sonstiges, keine Tracht), rein- weiße Handschuhe bis zum Ellenbogen, reinweiße, vorne geschlossene Schuhe und Schmuck nur dezent und unauffällig (Ketten nur sehr dünn, keine Armbanduhr, keine Anstecker, Orden oder Pins)." Weiterhin heißt es dort: "verpflichtend für alle Debütantinnen: aufgesteckte Ballfrisur, in der die Tiara rutschfest eingearbeitet ist." Für die Herrenposition sind gemäß Staatsoper schwarzer Frack, weiße Weste, weißes Mascherl, weiße Handschuhe, weißes Stecktuch, schwarze Lackschuhe mit schwarzen Schuhbändern sowie schwarze Socken verpflichtend. Auch sie sollen weder Anstecker, Orden, Pins noch Armbanduhren tragen. Zudem sind offene, lange Haare untersagt. Weiterhin gilt für alle: "keine auffälligen Haarfarben, kein Haarschmuck (außer der Tiara bei der Damenposition), keine markanten Piercings (insbesondere Tunnels) und auffälligen Tattoos" sowie "keine Kopfbedeckungen".
Der Wiener Opernball muss mit der Zeit gehenMan mag von diesen strikten und konservativen Vorschriften halten, was man möchte. Hat man jedoch einmal diese fast schon hypnotisierend wirkenden Schwarz-Weiß-Effekte der Eröffnungszeremonie miterlebt, kann man die Regulierungen zumindest nachvollziehen. Was nicht bedeutet, dass man den Opernball nicht auch kontrovers diskutieren darf. Die Preise und die Dekadenz ziehen seit jeher Kritiker:innen an. Es ist ein Event wie aus der Zeit gefallen. Eines, das sich nichts aus Klischees macht, sondern diese zelebriert. Während in der Kindererziehung mittlerweile darauf geachtet wird, stereotype Geschlechterrollen zu brechen und Mädchen zu ermutigen, nicht "nur" Prinzessin sein zu wollen, scheint dieses traditionelle Bild beim Opernball ja omnipräsent. Doch es tut sich etwas: 2020 gab es erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar. Die beiden Frauen wollten "für die Chancengleichheit bei solch konservativen Events werben", wie "Der Standard" schreibt. 2023 waren unter den Debütierenden beim Wiener Opernball gleich zwei Frauenpaare, die jedoch wie alle anderen jeweils im weißen Kleid und im Frack auftraten. Auch eine Tiara trug nur diejenige, die die Damenposition tanzte. Und: Ein Männerpaar debütierte bislang noch nicht. Im Gespräch mit "Der Standard" mutmaßt eine der Tänzerinnen des diesjährigen Opernballs, dass ein Mann im weißen Kleid den Organisator:innen möglicherweise zu weit gehen würde. "Ich würde es jedenfalls feiern", wird sie dort zitiert. Seit den Nullerjahren kooperiert der Opernball zudem mit dem inklusiven Tanzprojekt "Ich bin O.K." für Menschen mit Behinderung. Von da an haben immer wieder Vereinsmitglieder debütiert – 2024 ein Paar mit Downsyndrom, das bei den Special Olympics bereits unabhängig voneinander Medaillen im Tanzen gewann.
Klar ist: Trotz aller Traditionen muss der Wiener Opernball mit der Zeit gehen. Die Gesellschaft und die Menschen verändern sich – und sie sind es schließlich, die den Ball zu dem machen, was er ist. Das weiß auch Alexandra Winkler, Co-Eigentümerin des legendären "Hotel Sacher". Sie sagt: "Ein Ball, ähnlich wie unser Hotel, zeichnet sich dadurch aus, dass Begegnungen stattfinden – zwischen Kunst und Kultur, Wirtschaft und Politik, Gesellschaft und Wissenschaft." Wie auch Swarovski verbindet das "Hotel Sacher" eine lange Geschichte mit dem Wiener Opernball. Allein schon wegen der direkten Nachbarschaft im 1. Bezirk. Lediglich die Philharmonikerstraße trennt die beiden historischen Gebäude voneinander. "Das 'Sacher' und der Opernball gehören in spezieller Weise zusammen. So hat es auch das Dinner im 'Sacher' vor dem Ball immer schon gegeben", erzählt mir Alexandra Winkler kurz nach dem Ball im vergangenen Februar, als sie erneut über 400 Personen zum Essen vor dem Ball bewirtete. Die Tiara spielte dabei ebenfalls eine Rolle: "Heuer war diese ja wirklich besonders schön. Swarovski hat es möglich gemacht, dass wir ein Exemplar davon bei uns im Entree vom Luster herabhängend über einer extragroßen original Sachertorte perfekt in Szene setzen konnten." Auch Alexandra Winkler selbst trug einst ein solches Krönchen, 1993 debütierte sie beim Wiener Opernball: "Ich bin im 'Sacher' groß geworden und somit auch mit dem Opernball aufgewachsen. So erfuhr ich von klein auf, wie bedeutsam er ist. Deswegen war mir schon als junges Mädchen klar, dass ich dort auf alle Fälle einmal debütieren will. Ich weiß noch, dass ich richtig darauf hingefiebert habe." Vom Abend selbst sei ihr noch die Nervosität in Erinnerung geblieben ("Die Eröffnung wurde schon immer im Fernsehen übertragen, da sollte jeder Tanzschritt passen") – und natürlich ihr Swarovski-Krönchen. "Die Krone war aus Kristallen gefertigt und hatte einen roten Stein in der Mitte. Ich habe sie bis heute aufbewahrt. Das zeigt schon, wie sehr man dieses Erinnerungsstück auch später schätzt." Heute, als Geschäftsfrau, sei der Ball für sie natürlich auch als treibender Wirtschaftsfaktor relevant. Jedoch nicht nur: "Beim Opernball herrscht ein ganz besonderer Zauber. Eine Nacht lang sollen sich die Menschen wie im Märchen fühlen. Eine Nacht, die einfach etwas ganz Besonderes ist."
Diese besondere Nacht ist auch Heidi nachdrücklich im Gedächtnis geblieben. "Ach, so ein Ball, eigentlich müsste man das mal wieder machen", sagt sie und blickt auf die funkelnde Tiara in ihren Händen, die sie einst trug.
Dieser Artikel war Teil unserer VOGUE-Ausgabe für Juni 2024 mit VOGUE Austria-Special. Aktuell können Sie die VOGUE Spring Issue 2025 von Anna Deller-Yee designed im streng limitierten Abo-Deal mit 3 weiteren Ausgaben VOGUE und VOGUE Malbuch bestellen.
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