Generationenfrage : Was reizt junge Menschen bloß daran?
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Kolumne
© Татьяна Микитченко / meeboonstudio / Adobe Stock
Die Jugend von heute ... Typisch Boomer! In der BRIGITTE-Kolumne Generationenfrage dürfen 'Jung' und 'Alt' ungeniert Fragen stellen, um die Eigenheiten der jeweils anderen Generation besser zu verstehen.
Was hat es mit den ständigen WhatsApp-Storys der Ü40er auf sich? Woher kommt die Angst vorm Telefonieren bei den Jüngeren? Und warum bedankt sich die ganze Welt eigentlich bei Beyoncé #thankyoubeyonce? Die Redakteur:innen der BRIGITTE möchten nicht länger übereinander reden, sondern miteinander. Deshalb fragen sie von nun an einfach mal gegenseitig nach ...
Petra, 62: Während Datingformate schon seit einer ganzen Weile nur so aus dem Boden sprießen, ist die neue Ü60-Datingshow auf RTL, der "Golden Bachelor", nach nur einer Staffel aus dem linearen Fernsehprogramm geflogen. Die ältere Zielgruppe scheint also im Vergleich zum jüngeren Publikum weniger an Trash- oder Datingformaten interessiert zu sein. Ich schließe mich da ebenfalls an. Ich verstehe zwar den Unterhaltungsfaktor, aber auf mich übergesprungen ist der Funke nicht. Was mich zur Frage bringt: Was fasziniert euch Jüngere so an Trash-, Dating- und Reality-TV?
Alicia, 26: Trash-, Dating- und Reality-TV sind für viele Jüngere eine willkommene Flucht aus dem Alltag. Ich schließe mich da voll und ganz mit ein. Die Formate zeigen eine übertriebene, manchmal chaotische Welt, die uns erlaubt, für eine Weile in eine andere Realität einzutauchen. Also der perfekte Zeitvertreib nach einem stressigen Tag auf der Arbeit oder in der Uni. Nur abgucken sollte man sich hier nicht unbedingt was. Es sei denn, man möchte lernen, wie man schlechte Anmachsprüche formuliert. Die Gespräche der Reality-Stars sind nämlich oft so banal, dass man sich fragt, ob die überhaupt wissen, was sie sagen. Unterhaltsam ist es dafür allemal.
Und das Beste daran? Wenn ich mit Freund:innen auf der Couch sitze und diese Formate binge-watche, wird das Ganze zu einem richtig coolen Hobby. Gemeinsam fiebern wir mit den Protagonist:innen mit, diskutieren ihre Entscheidungen und planen vielleicht sogar, wie wir selbst in einer ähnlichen Situation reagieren würden. Gewappnet für unsere eigenen "Reality-Momente" im echten Leben sind wir so auf jeden Fall.
Brigitte
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