USA streichen Zollbefreiung: Sendungen über 800 Dollar werden bereits versteuert

Die USA haben die Zollbefreiung beendet, die fast ein Jahrhundert lang die zollfreie Einfuhr von Waren mit geringem Wert ermöglichte. Ab dem 29. August unterliegen Pakete im Wert von unter 800 Dollar Zöllen. Die Sätze liegen je nach Herkunftsland zwischen 10 und 50 Prozent.
Die im Juli von Präsident Donald Trump unterzeichnete Maßnahme soll die Bedingungen im Außenhandel ausgleichen, hat jedoch in der Logistikbranche für Unsicherheit gesorgt. Länder wie Mexiko, Spanien, Japan und Neuseeland haben bereits Postsendungen in die USA ausgesetzt, während sie ihre Zölle und Betriebssysteme anpassen.
Für die nächsten sechs Monate wird zudem ein alternatives System eingeführt: Für Sendungen fallen feste Gebühren zwischen 80 und 200 US-Dollar an, abhängig von den Zolltarifen des Herkunftslandes. Briefe, Dokumente und Geschenke unter 100 US-Dollar bleiben zwar weiterhin von der Gebühr befreit, es ist jedoch zu erwarten, dass der Zoll aufgrund verstärkter Kontrollen die Lieferungen verzögert.
Der Schlag ist für E-Commerce-Giganten wie Amazon, Alibaba, Temu, Shein und Rakuten schwerwiegend. Sie müssen mit höheren Kosten und Lieferverzögerungen rechnen. Am stärksten betroffen könnten jedoch kleine und mittelgroße Händler sein, die für den Export ihrer Produkte auf digitale Plattformen angewiesen sind.
Experten warnen, dass die Logistikkosten in manchen Fällen um ein bis zehntausend Prozent steigen könnten, was zwangsläufig zu höheren Preisen für den Endverbraucher führen wird. Darüber hinaus droht die Verlangsamung der internationalen Geschäftstätigkeit die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen zu beeinträchtigen – und das in einer Zeit, in der der Online-Handel für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung ist.
Die Abschaffung der „De-minimis“-Ausnahmeregelung stellt einen Wendepunkt im transnationalen Handel dar und schafft für Unternehmen und Kunden auf der ganzen Welt ein Szenario der Unsicherheit.
La Verdad Yucatán